Die Lichtahnin

Ich bin so froh, dass du mich nun gefunden,

denn wir sind lange schon verbunden.
Nun endlich kannst du sehen,

welch wundervolle Wege wir gemeinsam gehen.

Frage nur, ich bin für dich da.

Komm zu mir und spüre, ich bin dir immer ganz nah.

Ich gebe dir gerne von meiner Kraft 

mit deren Hilfe du alles schaffst.

Licht und Liebe, das weißt du schon lange,

sind der richtige Weg - also sei nicht bange.

Menschen, Tiere, die gesamte Natur, 

verbinde dich mit ihnen, sie warten nur.

Ich zeige dir das Alte Wissen 

das viele schon so lange vermissen.

Du hast die Ahnen gerufen und nun sind sie hier.

Sie stehen immer zur Seite dir.

Sei die Brücke und schenke denen

die Botschaft nach der sie sich sehnen.

Ich halte dich, du bist beschützt.

Ich schenke dir Kraft und Liebe, die allen nützt.

Voll Freude und Glück 

findest du zu mir zurück.

Ich lehre dich und nehm dich an der Hand,

denn uns verbindet ein enges Band." ❤️

                                              (Kirsten Susanne Dier)

Waldpfade

Das Rauschen der Bäume
kommt in unsere Träume.
Suchst du Antwort auf deine Fragen
brauchst du nicht zu verzagen.
Gehe einfach in den Wald,
dann findest du sie bald.
Er kann heilen und lehren -
sei demütig und halte ihn in Ehren.
Finde die Pfade und die Wege
und nutze sie rege.
Denn in der Ruhe und Stille
findest du die Fülle
die dir hilft in deinem Leben
zu bleiben auf den richtigen Wegen.
In Ruhe und in Sicherheit,
offen und bereit,
dann führt dich der Wald
zu dir selber bald.
Lasse dich ein und spüre ganz tief
was der Wald zu dir rief.
So wirst du finden die Wege deines Lebens,
und das Ziel deines Strebens
nach deiner Seelenaufgabe, voll Mitgefühl-

die Bäume
                         sie geben uns so viel!


                                             
(Kirsten Susanne Dier)

Veronikas Märchen

Es war einmal ein kleines Dorf, da lebten die Menschen glücklich und zufrieden. Sie waren fleißig und hatten ihr Auskommen.
In diesem Dorf lebte auch Veronika. Sie war die gute Seele des Dorfes und immer zur Stelle, wenn Not am Mann war. Ohne viele Worte wusste sie immer, was zu tun ist.
 
Doch eines Tages reichten den Dorfbewohnern ihre Felder nicht mehr aus. So beschlossen sie Bäume zu fällen, um mehr anbauen zu können.
„Das dürft ihr nicht tun!“, flehte Veronika. „Dort leben die Elfen und Naturwesen, die uns beschützen und uns wohlgesonnen sind.“
Aber es hörte niemand auf sie. Und so wurden die Bäume gefällt und das Land gerodet.
 
Zunächst bemerkte niemand, dass es aufhörte zu regnen.
Doch nach und nach blieben die Wasserfässer leer, die Wiesen vertrockneten, sodass das Vieh kein Futter mehr hatte. Ja, sogar die Saat auf den neu angelegten Feldern ging nicht auf.
 
„Veronika, was sollen wir tun?“, fragten die verzweifelten Dorfbewohner. Tja, da war guter Rat teuer und Veronika hatte auch keine Idee.
Da machte sie, was sie immer tat, wenn sie nicht weiterwusste. Sie ging in ihren geliebten Wald um mit der Natur und ihren Wesen zu sprechen.
Als sie nun so durch den Wald ging, ganz tief hinein, wurde es immer dunkler, ja, fast schon ein wenig unheimlich.
Doch plötzlich kam sie zu einer kleinen Lichtung auf der ein lustiges, ziemlich schiefes Holzhäuschen stand. Neugierig fasste sie sich ein Herz und ging auf das Haus zu. „Hallo Veronika“, sagte da plötzlich eine Stimme. Ganz erschrocken schaute sie sich um und erkannte eine Frau, die auf der Veranda saß. „Woher kennst du meinen Namen?“, fragte Veronika. Aber die Waldfrau lachte nur und sagte „Komm nur her, hab keine Angst. Was kann ich für dich tun?“.
Da erzählte Veronika der alten Weisen die ganze Geschichte.
„Soso“, sagte diese als Veronika geendet hatte. „Dann komm mal mit“. Gemeinsam betraten sie das bezaubernde kleine Haus. Die Tür quietschte beim Öffnen leise und der Holzboden knarrte. Erstaunt schaute Veronika sich um. Alles war voller Pflanzen, es duftete und leuchtete überall. Ihr Herz war ganz berührt und voller Freude.
Die weise Frau ging zu ihrem Kessel, der in der Mitte des Raumes stand. Sie warf einige Kräuter hinein und murmelte dabei vor sich hin. Langsam rührte sie mit einem Holzstab –
 

Alte Weise
murmelt leise,
fragt den Kessel: was ist zu tun?
„Gehe liebes Mädchen ohne zu ruhn
durch den Wald bis zu der Wiese,
dort sollst du die Augen schließen.
Dann wirst du sehen die Kraft des Thor
der die Rettung bringt hervor.
Handle behutsam und bedacht,
hör auf dein Herz und gebe Acht.
Dann wird die Macht dich nach Hause begleiten
und sicher eure Wege leiten.“

 
Veronika dankte der Waldfrau und machte sich auf den Weg. Bald schon kam sie zu einer wunderschönen Wiese und schaute sich um. Aber sie sah nichts Großes und Mächtiges, das die Kraft haben konnte ihr und ihrem Dorf zu helfen.
 
Traurig ließ sie sich bei einem Baum nieder und schlief erschöpft ein.
Da hörte sie plötzlich eine ganz sanfte Stimme, die zu ihr sprach:
 

„Hallo liebe Veronika,
ich bin bei dir so ganz nah.
Zart bin ich und winzig klein,
aber manchmal trügt der Schein.
Hole mich ans Licht hervor,
ich bin die Blume des Gottes Thor.
Wenn man`s auch kaum glauben mag
leg ich ganz viel Kraft an den Tag.
Nimm mich mit, ich bring euch Segen
und deinem Dorf den ersehnten Regen.“

 
Veronika öffnete die Augen und schaute sich um. Da entdeckte sie eine ganz kleine zarte Blume mit wunderschönen blauen Blüten. Den Ehrenpreis!
Ganz achtsam und vorsichtig nahm Veronika einige Pflänzchen. Nachdem sie sich bei Mutter Erde bedankt hatte, machte sie sich auf den Heimweg.
Das Herz übervoll vor Dankbarkeit pflanzte sie den Ehrenpreis in ihren Garten.
Kaum hatte sie dies getan, begann es auch schon ganz sachte zu regnen und das Dorf hatte keine Sorgen mehr.
 
Seitdem wächst der Ehrenpreis in unseren Gärten und beschützt uns vor Krankheiten und Unwettern.
 
Und Veronika? 
Sie hatte wieder einmal mit ihrer großen Herzenskraft eine Lösung für die Dorfbewohner gefunden.
 
Und wenn sie nicht gestorben sind, …
 
                                                                                                                   (Kirsten Susanne Dier)

____________________________________________


Bianca`s Märchen

 

Bianca ging, wie jeden Morgen, mit ihrer Hündin Nelly spazieren. Doch heute war irgendetwas anders. „Weißt du was, Nelly“, sagte sie zu ihrem kleinen Liebling, „wir gehen heute einmal einen anderen Weg.“ Gesagt, getan. Nelly schaute nur kurz erstaunt auf und rannte hinterher. Sie liefen einen wunderschönen Waldweg entlang. Und bereits zu dieser frühen Uhrzeit schien das Sonnenlicht in vielen Strahlen durch die Bäume. Bianca atmete tief durch. Wie gut das tat.

Am Ende des Weges kamen sie zu einer großen Wiese auf der Obstbäume standen. Aber heute Morgen fiel Bianca einer der Bäume ganz besonders auf. 

Ein Apfelbaum.

Er stand in voller Blüte. „Traumhaft schön“, dachte sie und betrachtete ihn ganz fasziniert. Der Baum war ihr bisher noch nie bewusst aufgefallen. Plötzlich sie fühlte sich magisch von ihm angezogen.

„Komm, Nelly, da gehen wir Mal hin“. Die Hündin schaute einen kleinen Augenblick zwischen ihrem Frauchen und dem Baum hin und her. Dann lief sie brav mit. Sie wusste bereits, was geschehen würde

Am Baum angekommen setzte Bianca sich ins Gras. Sie hatte eigentlich gar keine Zeit, aber irgendetwas veranlasste sie dazu. Nelly lag ruhig neben ihr während sie sich umschaute. Die Sonne, ein leichter Wind, ein Meer von Blüten, die Vögel zwitscherten – ein tiefer Frieden erfüllte Biancas Herz.

„Hallo Bianca“, hörte sie plötzlich eine Stimme sagen, „schön, dass du da bist“. Verwirrt schaute sie sich um. Sie konnte niemanden sehen. „Wer bist du?“ 

 

Da hörte sie ein ganz warmes glucksendes Lachen. „Ich bin`s, der Apfelbaum. Ich habe auf dich gewartet, weil ich dir eine Nachricht überbringen soll“.

Bianca hatte plötzlich vor Aufregung Schmetterlinge im Bauch. Konnte es wirklich sein, dass der Baum zu ihr sprach? „Lieber Baum“, sagte sie, „was möchtest du mir sagen?“

Da sprach der Baum mit einer unglaublich liebevollen Stimme die Bianca ganz tief in ihrem Inneren berührte:

„Bianca, du bist eine Seelenhüterin,
das ist ganz in unserem Sinn.
Du verbindest Mensch und Tier im Tod,
hilfst allen in der größten Not.
Gibst den Schmerzen einen Sinn,
den Menschen spüren im Herzen drin.
Durch deine Liebe und wunderbaren Worte,
öffnest du den Verzweifelten eine neue Pforte.
So finden sie Trost und werden heil im Herzen,
können hinter sich lassen alle Schmerzen.
Durch dich können sie wieder erkennen
das geliebte Tier und es beim Namen nennen.
Die Herzen der Menschen sind wieder voll Glück,
denn sie haben ihren Liebling im Himmel zurück.
So bist du die Hüterin der Seelen von Mensch und Tier
und viele finden den Weg zu dir.
Du schenkst allen Mut und Kraft,
damit jeder das scheinbar Unmögliche schafft.
Nämlich zu überwinden die Grenzen zwischen Himmel und Erde
damit jede Seele wieder heil und glücklich werde.“

 

„Nimm diese Botschaft mit in dein Leben. Du weißt, was zu tun ist“, sprach der Apfelbaum abschließend und dann schwieg er.

Bianca blinzelte mit den Augen. Hatte sie das alles nur geträumt? Sie spürte in ihr Herz und plötzlich wusste sie, was zu tun war. „Komm Nelly, wir gehen“ sagte sie und sprang voller Tatendrang auf.

In tiefer Dankbarkeit verabschiedete sich Bianca von dem Apfelbaum und machte sich auf den Heimweg.

Ihr Herz war übervoll mit Liebe.

 

                                                                                            (Kirsten Susanne Dier, 3. Juli 2020)





Diese Texte sind urheberrechtlich geschützt. Also bitte nicht kopieren. Danke.